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August 2026 ein Monat der zum Feiern einlädt - Auswandern nach Paraguay, Anette und Reiner berichten aus ihrer neuen Heimat.

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August 2026 ein Monat der zum Feiern einlädt

2026
489 Jahre Asunción: Zwischen historischem Stolz und lebendigen Feierlichkeiten
 
Asunción, die Hauptstadt Paraguays und ehrfürchtig auch als „Madre de Ciudades“ (Mutter der Städte) bezeichnet, beging ihren 489. Geburtstag. Jedes Jahr am 15. August verwandelt sich die Metropole in einen Schauplatz voller Kultur, Musik und historischem Gedenken.

Die Feierlichkeiten zum 489. Jubiläum der Stadt Asunción

 
Der 15. August ist in ganz Paraguay ein gesetzlicher Feiertag (feriado inamovible). Die Feierlichkeiten spiegeln dabei sowohl den patriotischen Stolz als auch die lebendige Kultur des Landes wider:
 


 
     
  • Große Militär- und      Polizeiparade: Ein      traditioneller Höhepunkt der offiziellen Feierlichkeiten ist die imposante      Parade von Einheiten des Militärs und der Polizei an der malerischen Uferpromenade,      der Costanera de Asunción am Río Paraguay.
 
 
     
  • Kulturfestivals und Musik: Die Stadt feiert sich und ihre      Bürger mit Musikfestivals wie dem ASU Fest. Zahlreiche nationale      Künstler, Live-Bands und Folkloregruppen treten auf öffentlichen Plätzen und      an der Costanera auf, um das historische Zentrum mit Leben zu erfüllen.
 
 
     
  • Märkte, Handwerk und Kulinarik: Entlang der Veranstaltungsorte      laden Kunsthandwerksmärkte und Essensstände dazu ein, die traditionelle      paraguayische Küche (wie Chipá oder Sopa Paraguaya) zu      genießen.
 
 
     
  • Blick nach vorne: Neben den Festivitäten nutzen      Politik und Stadtgesellschaft den Jahrestag auch immer mehr für einen      Blick in die Zukunft – insbesondere mit dem großen Ziel im Blick, das im      Jahr 2037 anstehende 500-jährige Jubiläum der Stadt vorzubereiten.
 
 
Asunción zeigt sich an seinem Geburtstag stets als eine faszinierende Mischung aus kolonialer Geschichte, Guaraní-Einflüssen und südamerikanischer Lebensfreude.

Das Warum: Der historische Hintergrund
 
Die Gründung im Jahr 1537
 
Der Anlass für den Feiertag geht auf den 15. August 1537 zurück – ein Datum, das eng mit der spanischen Eroberung und der Entstehung des heutigen paraguayischen Staates verknüpft ist. An diesem Tag ließ der spanische Entdecker Juan de Salazar de Espinosa an der Bucht des Río Paraguay einen befestigten Stützpunkt, eine sogenannte casa fuerte, errichten.
 


 
Warum genau an diesem Tag?
 
Der 15. August ist im katholischen Kirchenkalender das Fest der Mariä Aufnahme in den Himmel (spanisch: Asunción de María). Nach diesem religiösen Fest benannte Salazar den neuen Stützpunkt ursprünglich Nuestra Señora Santa María de la Asunción – woraus im Laufe der Zeit der heutige Name der Hauptstadt wurde.
 


 
Die „Mutter der Städte“
 
Asunción spielte in der Kolonialzeit eine Schlüsselrolle als Ausgangspunkt für die Erschließung und Besiedlung des südamerikanischen Binnenlandes. Von hier aus zogen Expeditionen los, um zahlreiche andere Städte in der Region (wie Buenos Aires in späteren Wiedergründungsphasen oder Santa Fe) zu gründen. Daher trägt Asunción stolz den Titel der „Mutter der Städte“.

Der 15. August ist in ganz Paraguay ein gesetzlicher Feiertag (feriado inamovible). Die Feierlichkeiten spiegeln dabei sowohl den patriotischen Stolz als auch die lebendige Kultur des Landes wider:
 
 
Asunción zeigt sich an seinem Geburtstag stets als eine faszinierende Mischung aus kolonialer Geschichte, Guaraní-Einflüssen und südamerikanischer Lebensfreude.
 
 
Ein Monat der zum Feiern einlädt
 



Am 13. August eröffnete H&M seine erste Filiale in Paraguay – genauer gesagt in Asunción,
im Shoppingcenter La Galería. Schon lange vor dem offiziellen Start sammelten sich dort hunderte Menschen, die unbedingt zu den ersten Kunden gehören wollten.
Vor dem Eingang lief die Anzeigenuhr langsam gegen null. Die wartenden Besucher erhielten vom H&M-Team nummerierte Armbänder und wurden mit Snacks und Getränken versorgt. Währenddessen sorgte ein DJ für Partystimmung. Die Verkaufsmannschaft tanzte im neuen Eingangsbereich und stimmte die Besucher auf die große Eröffnung ein.
Pünktlich um 11 Uhr war es dann so weit: Die Geschäftsführung von H&M Südamerika und Europa stand bereit und durchschnitt feierlich das rote Band. Die ersten Kunden wurden persönlich per Handschlag begrüßt. Viele von ihnen erhielten außerdem einen Einkaufsgutschein.
Nicht nur die Stadt Asunción feierte im August einen großen Geburtstag – auch ich wurde 69!
Diesen besonderen Tag verbrachten wir gemeinsam mit Sandy beim Shoppen und Bummeln durch das Shoppingcenter Paseo La Galería.
Da H&M erst vor Kurzem seine erste Filiale in Paraguay eröffnet hatte und Sandy sonst nur selten nach Asunción kommt, war das natürlich die perfekte Gelegenheit, dort einmal vorbeizuschauen. Wir haben uns in Ruhe umgesehen und dabei den einen oder anderen Laden besucht.
Zum gemeinsamen Mittagessen gingen wir, wie schon so oft, ins Restaurant Maurice de Talleyrand. Dieses Restaurant können wir wirklich nur empfehlen. Die Küche und der Service sind sehr gut, ebenso die Auswahl an Speisen und Getränken. Auch für Weinliebhaber gibt es eine große Auswahl.
Den anschließenden kurzen Verdauungsspaziergang machten wir ebenfalls im Paseo La Galería, einem der schönsten Shoppingcenter in Paraguay. Zum Abschluss setzten wir uns noch auf die Terrasse der Heladería Paris, einem gemütlichen Eiscafé im Einkaufszentrum. Bei einem Kaffee und einem leckeren Eis ließen wir meinen Geburtstag entspannt ausklingen.
Christina und Brigitte hatten wir im Shopping Mariscal kennengelernt und kamen dort schnell ins Gespräch. Christina war zum ersten Mal in Paraguay und entsprechend neugierig. Sie wollte möglichst viel sehen, erleben und Land und Leute kennenlernen.

 
Allerdings stellte sich bald heraus, dass ihre Bekannte – obwohl sie schon seit fünf Jahren in Paraguay lebte – nicht unbedingt die ideale Begleitung für solche Unternehmungen war. Ihr größtes Interesse galt offenbar dem Thema Essen. Genauer gesagt: dem Essen in Restaurants. Christina war schon eine ganze Weile in Asunción, hatte bisher aber erstaunlich wenig von der Stadt gesehen. Alleine als Frau durch unbekannte Straßen zu laufen, ist schließlich auch nicht unbedingt die beste Art, ein Land kennenzulernen. Und Brigitte hatte offenbar die Einstellung: Jeder Weg, der länger als bis zum nächsten Lokal ist, ist eigentlich überflüssig.

 
Also machten wir den Vorschlag, den beiden Asunción und seine Kultur ein wenig näherzubringen. Wir verabredeten uns für 11 Uhr an unserem Haus, von wo aus wir gemeinsam losfahren wollten.

 
Kaum saßen wir im Auto, kam von Brigitte auch schon die entscheidende Frage:
 
„Gehen wir jetzt erst einmal ins Bolsi?“

 
Das Bolsi ist ein bekanntes Restaurant in der Innenstadt. Nun ging es bei unserem Ausflug – zumindest für Christina – eigentlich darum, etwas von der Stadt zu sehen. Essen konnte man schließlich später auch noch. Ich ließ mich daher nicht beirren und fuhr unbeirrt zu unserem ersten Ziel: einem der ältesten Stadtteile Asuncións, dem Viertel Loma San Jerónimo.

 
Dort gibt es praktisch an jeder Ecke ein Fotomotiv und jede Menge Interessantes zu entdecken. Bunte Häuser, verwinkelte Wege und Treppen, die scheinbar irgendwohin führen – manchmal sogar direkt durch fremde Grundstücke. Wer den Aufstieg nicht scheut, wird außerdem mit einem schönen Blick über das Viertel und auf das moderne Regierungsviertel auf der gegenüberliegenden Seite belohnt.
 
Und als wäre das noch nicht genug, gibt es in Loma San Jerónimo inzwischen sogar ein Tierheim für Katzen. Man könnte also sagen: Kultur, Geschichte, Aussicht und Katzen – eigentlich alles, was ein gelungener Stadtrundgang braucht.
 
Nur Brigitte dachte vermutlich weiterhin an das Bolsi.
Nun ging es mit dem Auto weiter zum Centro Cultural Manzana de la Rivera.
Wir parkten in einer ruhigen Seitenstraße – ganz ohne die hier gern herumstehenden, vermutlich nicht ganz offiziell beauftragten Parkwächter, die Autofahrern mit kreativen Gebühren das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

 
Nach einem sehr kurzen Fußmarsch standen wir auch schon vor dem markanten Quader direkt gegenüber dem Präsidentenpalast. In der Manzana de la Rivera gibt es ein Museum, eine wunderschöne Bibliothek und allerlei weitere interessante Dinge zu entdecken. Außerdem befindet sich dort das Casa Clari Restaurante. Auf der Außenterrasse kann man bei schönem Wetter wunderbar sitzen und hat dabei einen direkten Blick auf den Palacio de López, den Regierungssitz Paraguays. Auch das Speiseangebot ist für unsere Verhältnisse durchaus ordentlich.
 
Brigitte hatte das Restaurant allerdings gar nicht erst bemerkt, sodass wir ohne kulinarische Pause direkt unser nächstes Ziel zu Fuß ansteuerten. Das Independence House Museum lag nur wenige Blocks entfernt. Christina, glücklich darüber, noch etwas mehr von der Stadt zu sehen, marschierte sofort hinein.

 
Brigitte dagegen hatte inzwischen etwas ganz anderes entdeckt: In der Nähe musste doch die berühmte Straße La Palma sein! Und wenn sie nun schon einmal hier war, wollte sie dort selbstverständlich auch sofort hin. Nach fünf Jahren Paraguay schien sie beschlossen zu haben, jetzt endlich einmal – ganz wie ein trotziges Kind – ihren Kopf durchzusetzen.
 
Unsere beruhigenden Hinweise, dass wir dort ja ohnehin noch hinkommen würden, nahm sie nur noch bedingt zur Kenntnis. Genau genommen war sie gedanklich vermutlich schon längst auf der La Palma.
Weiter ging es für uns alle durch die Calle Palma in Richtung National Pantheon of Heroes. Vorbei an bunten Marktständen, an denen wirklich alles angeboten wurde, was das Herz begehrt: leckere Speisen und Getränke, kunstvolle Handarbeiten, Naschereien, Souvenirs und allerlei andere Dinge, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie unbedingt braucht.
 
 
Christina und Anette stöberten interessiert an den verschiedenen Ständen, während wir aus einer anderen Ecke plötzlich nur noch hörten: „Wir müssen ins Bolsi!“
 
 
Das Bolsi ist von der Calle Palma aus gut zu sehen – und allein dieser Anblick löste bei unserer Begleiterin offenbar augenblicklich einen gewaltigen Hungeranfall aus. Eine stundenlange, gemütliche Einkehr war für diesen Tag allerdings gar nicht vorgesehen. Wir hatten unseren Hund zu Hause, den wir nicht unnötig lange allein lassen wollten, und Christina war gerade dabei, endlich einmal etwas von der Stadt zu sehen.
 
 
Also kam es, wie es kommen musste: Wir drei versorgten uns kurz am Straßenrand mit etwas Essbarem, während Brigitte zielstrebig in Richtung Bolsi verschwand. Wir saßen gemütlich auf einer Bierbank und hielten unseren Snack in der Hand, als plötzlich die Nachricht kam: Im Bolsi sei jetzt ein Tisch frei – wir könnten nun endlich hineingehen!
 
 
Eigentlich fehlte nur noch, dass jemand mit dem Fuß aufstampfte und rief: „Ich will jetzt!“  
 
 
Aber wie gesagt: Unser Tagesplan sah nun einmal etwas anderes vor – und das war auch vorher ausführlich besprochen worden. Nur scheint Zuhören manchmal eine eher anspruchsvolle Disziplin zu sein. Besonders dann, wenn irgendwo ein freier Tisch und möglicherweise etwas Leckeres auf einen wartet.
 
Von La Palma aus ging es weiter in Richtung Rio Paraguay und zur großen Metropolitankathedrale „Unserer Lieben Frau von der Himmelfahrt“. Leider war eine Innenbesichtigung an diesem Samstag nicht möglich, da die Kirche gerade für eine große Hochzeit herausgeputzt und festlich geschmückt wurde.
Danach führte unser Weg an einem nicht ganz so schicken Armenviertel der Stadt vorbei. Schon ein kurzer neugieriger Blick genügte, und prompt fühlte sich die Polizei bemüßigt, nach dem Rechten zu sehen. Uns wurde freundlich, aber bestimmt nahegelegt, dort besser nicht stehenzubleiben oder allzu auffällig herumzuschauen, da dies die Bevölkerung möglicherweise reizen könnte. Also zogen wir sicherheitshalber direkt weiter zum Kulturzentrum „El Cabildo“ der Republik.
Dort gab es natürlich ebenfalls jede Menge zu sehen – vorausgesetzt, man bringt ein gewisses Interesse an Land und Leuten mit. Das ist ja bekanntlich nicht immer bei allen gleichermaßen ausgeprägt.
Auf dem Rückweg zum Auto kamen wir noch am Plaza de Armas vorbei, wo Christina die letzten Fotos schoss. Brigitte hingegen schmollte bereits wieder vor sich hin, weil es erneut nicht ins Bolsi ging. Dabei sollte es nach fünf Jahren Paraguay doch eigentlich schon die eine oder andere Gelegenheit gegeben haben, dort essen zu gehen – besonders, wenn es sich um einen so großen Herzenswunsch handelt!
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